3 Research- & Analyse-Log

Eigenständige Analysen & Forschung. Append-only. Jeder Eintrag verweist zurück auf eine Hypothese (02).

ID Datum Fragestellung Methode Quellen Kernergebnis Implikation
A-01 01.07.2026 Wie regeln vergleichbare Medienhäuser KI? (Benchmark) Desk Research AI transparency in journalism (Nordic AI Journalism × Utgivarna, 2024), Quellenliste der Partner-Recherche Prinzipienbasiert: „KI mit erheblichem journalistischem Einfluss" wird gekennzeichnet, interne Tools (Transkription/Korrektur/SEO) nicht; harmonisierte Formulierung „mit Unterstützung von…"; keine KI-Icons; iterativ zu behandeln → H1 / H3
A-02 02.07.2026 Welche Kennzeichnungspflichten ergeben sich regulatorisch (EU AI Act, insb. Art. 50), und wie verhalten sie sich zur Branchenpraxis? Desk Research / Recht EU AI Act, Nordic/Utgivarna 2024, Synthese Art. 50 gilt erst ab 02.08.2026; redaktionelle Verantwortung (Recital 134/Art. 50(4), nicht 137) befreit von Deepfake-/Public-Interest-Offenlegung und deckt sich mit dem Branchengrundsatz „interne Tools nicht kennzeichnen". Das Gesetz nennt konkrete Auslöser, die Branche ein Prinzip; „maschinenlesbare Markierung" (Anbieter) und „KI-Icon" sind zwei Ebenen. Empfehlung: prinzipienbasiert plus Auslöser-Liste, Klartext statt Icon, Fristen im pflegbaren Anhang → H1 / H3
A-03 07–08/2026 Ist-Nutzung von KI im Haus (anonymisiert), Anwenderrecherche Leitfaden-Interviews (Themenmanagement, Reporter:innen, Producer:innen, Digitaleinheit) plus quantitative MS-Forms-Umfrage; Fallzahlen [intern]; Fokus Problem, nicht Lösung [intern], Epic anwenderrecherche; Instrumente: Interviewleitfaden, Umfrage Erhoben: Leitfaden-Interviews (07/2026) und MS-Forms-Umfrage (08/2026); Rohdaten git-ignoriert unter Partner/. Auswertung → A-07 → H2 (auch H1/H4)
A-04 01.07.2026 Umfeld- & Standortanalyse zur KI-Richtlinie PESTEL / SWOT / TOWS 03a Top-Treiber: Anbieter-Kontinuität (🔴) und Transparenz/Kennzeichnung (🔴); neue Hypothese H6 abgeleitet → H1 / H3 / H4 / H6
A-05 03.07.2026 Systemische Aufstellung: Wie positioniert sich die Fellowship im Akteursfeld (Zuarbeit rein, Impuls raus, Kommunikation, Entscheidung)? Stakeholder-Mapping (4-Aspekt-Raster plus Einfluss/Interesse) 1:1-Coaching 03.07.2026, 03b Vier Aspekt-Achsen; Champions als Multiplikatoren und HR/Onboarding als früher Kompetenz-Hebel neu auf der Karte; Wertekompass ↔ KI ergibt neue Hypothese H7; Tracking-Frage bewusst offen (BR/DSGVO) → H5 / H7; Impuls I-05
A-06 15.07.2026 Wie regeln deutsche Medienhäuser KI konkret, und welches Achsenraster macht das überhaupt sichtbar? Content-Analyse: 34 Quellen geprüft, 25 kodiert entlang des E/I/N-Rasters (4 Außen, 3 Innen, 2 Scharnier) nach der Analogie PESTEL = Umfeld / SWOT = Standort. Zwei getrennte Felder: 22 Medien (tragen jede Kennzahl) und 3 Vergleichsfeld (Nicht-Medien, zum Kontrast, ohne Kennzahl-Wirkung). Jede Achse einzeln kalibriert, 176 wörtliche Belegzitate (149 Medien, 27 Vergleichsfeld) Quellenliste der Partner-Recherche (09.07.2026); Benchmark, Rohkodierung, Auditspur Grundform des Felds: 20 von 22 Häusern regeln außen strenger als innen (Außen-Mittel 1,73, Innen-Mittel 0,97). I1: 86 % sagen etwas zur Kontrolle, 68 % nennen Rolle oder Schritt, 1 von 22 hinterlässt eine Spur, 0 von 22 dokumentieren. I2: 18 %, und 0 von 15 Regelwerken machen Schulung zur unbedingten Vorbedingung (Art. 4 KI-VO gilt seit 02.02.2025). E2: 14 von 22 messen sich an keiner namentlich benannten Norm. I3 (Belegschaft) 14 %, die schwächste Achse. Alle drei Flags 0 von 22: keine maschinenlesbare Markierung (Art. 50(2)), keine Anbieter-Kontinuität (H6), keine Dokumentation der Prüfung. Fünf Kennzeichnungsschwellen, die nicht deckungsgleich sind; Madsack trifft den Art.-50-Tatbestand strukturell, ohne ihn zu nennen, und führt das Feld mit 24/27. Das Vergleichsfeld nennt die KI-VO namentlich und bindet Kompetenz an eine Berechtigung, was das Medienfeld nicht tut → H1 / H3 / H4 / H5 / H7; Impuls I-06
A-07 05.08.2026 Was zeigt die Anwenderrecherche (A-03) zur Ist-Nutzung, und welche Cluster tragen den Design-Thinking-Workshop? Deskriptive Auswertung der Umfrage plus Cluster-Bildung über die Interviews (vier Nutzungstypen, zehn Themencluster); Abgleich mit H1–H7; alle Zahlen und Zitate gegen die Quellen geprüft Rohdaten [intern] unter Partner/ (git-ignoriert); Auswertung Interviews, Auswertung Umfrage, Workshop-Startmaterial H2 direkt getestet: Die Hälfte der Toolnennungen liegt jenseits von Copilot (ChatGPT vorn), zugleich räumt nur ein kleiner Teil der Befragten und keines der Interviews eine Nutzung ohne Freigabe ein; knapp ein Drittel kennt die Freigaben nicht, und eine deutliche Mehrheit fühlt sich nicht ausreichend informiert. Kennzeichnung schwellengebunden auch hausintern: Alle Befragten befürworten Kennzeichnung bei erheblichem Einfluss, knapp zwei Drittel lehnen sie für interne Hilfsmittel ab; die Interviews ziehen dieselbe Schwelle. Prüfung behauptet, nirgends dokumentiert: Nahezu alle geben Prüfung an, Prüfanker ist die eigene Text- und Ortskenntnis, kein Interview erwähnt einen Nachweis. Vier Nutzungstypen (tägliche Routine dominiert; selektive Nutzung, nur private Nutzung, Nichtnutzung nach Erprobung). Lücken: Funktionsangabe der Interviews leer, ein Interview offen, Freigabeliste unbelegt, Grundgesamtheit/Rücklauf nicht ausgewiesen, Ergebnisse der Hinweis-Format-Frage (Fragebogen-Frage 16) fehlen im Auswertungs-PDF. Alle Zahlen ausschließlich in der internen Auswertung (Fellowship/anwenderrecherche/, zugriffsgeschützt) → H1 / H2 / H3 / H4 / H6 / H7; Impuls I-11
A-08 18.08.2026 Welche Risiken entstehen, wenn KI-Werkzeuge im Haus handeln und nicht allein Texte erzeugen, und wie fasst die Herstellerdokumentation diese Risiken? Desk Research / Quellenanalyse eines Anbieter-Leitfadens; Abgleich mit dem E/I/N-Raster aus A-06 und den Befunden aus A-07 „Use Claude Cowork safely" (Anthropic, abgerufen am 18.08.2026), Dossier Die Risikostruktur agentischer Werkzeuge hat zwei Größen: was ein System lesen darf („what Claude can read and see") und was es ausführen darf („what Claude is allowed to do"). Der Leitfaden trennt lesende und handelnde Werkzeuge und schreibt der zweiten Gruppe das höhere Risiko zu. Prompt Injection verlangt beide Bedingungen gleichzeitig, Lesezugriff außerhalb des Vertrauensbereichs und die Befugnis zu folgenreichen Aktionen; das Brechen einer Bedingung senkt das Risiko. Die Ausführungsisolation begrenzt den Ort des Laufs und begrenzt nicht, was das System liest oder tut („Isolation limits where Claude's code runs. It doesn't limit what Claude reads or does."). Webinhalte sind der benannte Haupteinfallsweg. Die Aufsicht wird über Freigabemodi an die Tragweite gebunden, geplante Läufe laufen unbeaufsichtigt weiter, und die Verantwortung für alle ausgeführten Handlungen liegt bei der nutzenden Person. Für die Richtlinie folgt eine Regelungsebene, die das Feld nicht führt: Das Raster aus A-06 fragt auf E3 nach Systemzugang und Datenabfluss und kennt keine Achse für Handlungsrechte; der Begriff KI-Agent kommt im kodierten Korpus einmal vor, bei FUNKE als Kennzeichnungsfall für Chatbots. Grenzen: Herstellerdokumentation zu einem Produkt, ohne unabhängige Prüfung und ohne Häufigkeitsangaben; die Dokumentation der im Haus freigegebenen Copilot-Umgebung ist nicht erhoben; ob im Haus agentische Werkzeuge laufen, hat A-07 nicht erhoben → H2 / H4 / H8 (neu); Impuls I-13
A-09 18.08.2026 Welches Austauschformat verbindet einen eigenen Schulungsprototyp (P-04/P-05) mit dem Auslieferungspfad des Hauses, und welchen Teil der Nachweis-Mechanik trägt dieses Format? Bestandsaufnahme im Arbeitsraum (Volltextsuche über alle Artefakte), Auswertung der Herstellerdokumentation zum benannten Auslieferungspfad, Abgleich des SCORM-Datenmodells mit dem Fünf-Phasen-Bogen des didaktischen Rahmenkonzepts und mit Station 5 von P-04 Datango-Glossar „SCORM“ und Datango-Produktübersicht (abgerufen am 18.08.2026); SCORM Run-Time Reference (scorm.com); Versionsvergleich 1.2/2004 (iSpring, Easygenerator, abgerufen am 18.08.2026); didaktisches Rahmenkonzept; P-04 Im Arbeitsraum war SCORM bis zu diesem Eintrag nicht geführt, weder in 04 noch im Workshop-Paket. Der Hersteller des benannten Auslieferungspfads führt ein Autorenwerkzeug (creator, collaborator) und eine eigene Lernplattform (Academy, Analyzer) und gibt an, dass Inhalte als SCORM-Paket exportiert und in jedes SCORM-fähige LMS importiert werden können. Der Standard trägt den Kursabschluss über Status und Score, in SCORM 2004 nach completion und success getrennt, in SCORM 1.2 als ein kombinierter Status, sowie die Übungen der Phasen 2 und 3 als Interaktionen. Die Differenzierung nach Nutzungstyp C1 bis C4 hängt an der Version: Sequencing- und Navigationsregeln gibt es ab SCORM 2004; unter SCORM 1.2 liegt die Verzweigung innerhalb eines Pakets, dessen Zustand in 4.096 Zeichen suspend_data passt (2004: 64.000). Den Prüf-Nachweis im redaktionellen Prozess trägt SCORM nicht: Der Standard meldet, was im Kursobjekt geschieht, während H4 und Phase 5 auf den Nachweis am Arbeitsplatz zielen; dafür sind xAPI und cmi5 gebaut. Die Rückmeldung ist personenscharf (Learner-ID, Status, Score, Zeit) und berührt damit die in Abschnitt 4 des didaktischen Rahmenkonzepts offen gehaltene Frage nach individuellem oder aggregiertem Tracking. Lücken: Das Scouting der Datango-Capabilities steht aus, die im Haus angenommene SCORM-Version ist nicht erhoben, ob das Haus die Hersteller-Lernplattform oder ein anderes LMS betreibt ist nicht erhoben, und eine Unterstützung von xAPI oder cmi5 ist nicht erhoben → H3 / H4 (auch H2); P-05